Angela Merkel - »Der Schutz unserer IT-Strukturen wird immer wichtiger« Bei der Eröffnung der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes warnt Kanzlerin Angela Merkel vor Fake-News. Viele Länder seien in der hybriden Kriegsführung aktiv. © Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes vor den Gefahren von Desinformationskampagnen gewarnt. "Wir müssen lernen, mit Fake-News als Teil der hybriden Kriegsführung umzugehen", sagte Merkel. "Aus meiner Sicht ist das eine der entscheidenden Weichenstellungen für die zukünftige Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland", sagte die Kanzlerin. Oft handele es sich bei Falschmeldungen auch um gezielt eingesetzte staatliche Propaganda. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen", forderte sie und wies dem BND eine besondere Rolle bei der schnellen Analyse zu, wer hinter solchen Angriffen stecke.

Merkel sagte: "Angesichts der Krisen braucht Deutschland einen starken und leistungsfähigen Nachrichtendienst dringender denn je." Immerhin tue der BND etwas dafür, dass Millionen Deutsche sicher leben könnten.

Neben Merkel war auch der Präsident des BND, Bruno Kahl, anwesend. "Wir werden uns nach dem Umzug mit besonderem Engagement der immerwährenden Aufgabe widmen, unsere Strukturen, Prozesse und Produkte weiter zu optimieren", sagte er. Der BND wolle seine Einstellungsoffensive fortführen. Schließlich seien motivierte Mitarbeiter die Voraussetzung für nachrichtendienstliche Erfolge.

Kahl sagte, die Welt werde immer unübersichtlicher und unsicherer. Krisenregionen, internationaler Terrorismus, organisierte Kriminalität und auch die Fragen der Cybersicherheit beschäftigten Menschen und Regierungen seit Jahren. "Um die Ereignisse und Entwicklungen zu verstehen, sind verlässliche Quellen besonders wichtig", so der Geheimdienstchef.

Nicht der komplette BND ist nach Berlin gezogen, ein Teil des Personals bleibt in der alten Zentrale in Pullach bei München. Laut dem ehemaligen Präsidenten des Geheimdienstes, Gerhard Schindler, erschwert das die Zusammenarbeit in der Zentrale. Er sprach sich in einem Interview mit dem rbb-Inforadio für eine heterogene Unternehmensstruktur aus.

Der Bau der Zentrale dauerte mehr als zehn Jahre. Bereits 2006 wurde der erste Spatenstich für den Neubau gesetzt. Die Baukosten beliefen sich auf mehr als eine Milliarde Euro. Dazu kommen noch die Einrichtungskosten von 206 Millionen und fünf Millionen Euro für den Umzug.