In Thüringen wird der Weltkindertag als neuer Feiertag eingeführt. Der Landtag in Erfurt hat das mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von Linken, SPD und Grünen beschlossen. Die Fraktionen von CDU und AfD votierten gegen den Gesetzentwurf. Sie begründeten das mit Zweifeln daran, ob sich Thüringen einen weiteren Feiertag wirtschaftlich leisten könne. Sie sehen darin zudem ein Wahlkampfgeschenk von Rot-Rot-Grün. Ende Oktober wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt.

Die Zahl der gesetzlichen Feiertage in dem Freistaat steigt mit der Neuregelung von zehn auf elf. Thüringen liegt damit im Bundesdurchschnitt. Der Weltkindertag am 20. September ist der Jahrestag des Beschlusses der Vereinten Nationen über die Kinderrechtskonvention von 1989.

Der neue Feiertag solle "den Respekt vor Kindern als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Rechten in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit rücken", heißt es in dem beschlossenen Gesetzentwurf. Mit der Einführung eines gesetzlichen Feiertages "wird der Rahmen für emotionale und zeitliche Ressourcen geschaffen, für Regeneration, Erholung und gemeinsame Zeit füreinander mit den Liebsten".

In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrere Bundesländer neue Feiertage eingeführt. So entschieden sich Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg für den Reformationstag am 31. Oktober. In Berlin ist seit diesem Jahr der Frauentag am 8. März gesetzlicher Feiertag.