Beim Spitzentreffen der Koalition sind zentrale Fragen offengeblieben. Die Vorsitzenden hätten intensiv über die von der SPD entwickelte Grundrente gesprochen, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Deutschlandfunk. Es gebe keine Einigkeit, man müsse weiter miteinander reden. 

CSU-Chef Markus Söder wiederholte im ZDF-Morgenmagazin seine Kritik an dem Vorschlag von SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil, die Grundrente ohne eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung einzuführen. Der Vorschlag sei nicht vom Koalitionsvertrag gedeckt. "Es gab eine klare Vereinbarung. Da gehört diese Bedürftigkeits-, die eigentlich eine Gerechtigkeitsprüfung ist, dazu", sagte er. Heil will, dass Rentner nicht ihr Vermögen aufbrauchen müssen, bevor sie Grundrente erhalten können. Diese Rente soll Heil zufolge künftig für alle höher ausfallen, die 35 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Sie ist Teil eines Konzepts für den Sozialstaat, das die SPD vor Kurzem präsentierte.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, CSU-Chef Söder und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hätten unaufgeregt miteinander gesprochen, das sei "ein gutes Zeichen", sagte Klingbeil über die Gesprächsatmosphäre. Söder sprach von vielen Gemeinsamkeiten, sieht aber auch noch "eine Menge" Arbeitsbedarf.

Nach den inhaltlichen Abgrenzungsversuchen der vergangenen Tage hatten die führenden Vertreter der schwarz-roten Regierung nach Angaben aus der Koalition über ihr Arbeitsprogramm für die nächsten Wochen und Monate beraten. Die Teilnehmer der Runde im Kanzleramt hatten in der Nacht Stillschweigen vereinbart. Am 14. März wollen sich die Koalitionspartner wieder treffen.