Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will mit einem Gesetzentwurf dafür sorgen, dass beim Kauf und Verkauf von Wohnungen und Häusern künftig das sogenannte Bestellerprinzip gilt. Das bedeutet, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt hat. Bei Vermietungen gilt dieses Prinzip bereits.

Bei Immobilienverkäufen zahlen bisher in der Regel die Käufer die Maklergebühr von bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme. Bei einer 400.000 Euro teuren Immobilie macht das schon knapp 30.000 Euro aus.

Mit ihrem Vorhaben will Barley die Käufer von Wohnungen und Eigenheimen entlasten. "Ein eigenes Zuhause wird gerade für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren. Oft müssen Käufer enorme Maklerkosten tragen, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hat", sagte die SPD-Politikerin der Süddeutschen Zeitung.

Für Barley sei klar, dass der Grundsatz "Wer bestellt, der zahlt" auch bei Immobilienkäufen gelten müsse. "Das sorgt für einen echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten", sagte sie der Zeitung.

Dem Bericht zufolge wechseln in Deutschland nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes jedes Jahr 500.000 Wohnimmobilien den Eigentümer. In fast zwei von drei Fällen seien Makler beteiligt.

Das Justizministerium rechnet laut Süddeutscher Zeitung damit, dass die Einnahmen der Makler aufgrund von Auftragsverlusten um zehn Prozent oder 600 Millionen Euro zurückgehen werden. Zusätzlich seien durch sinkende Provisionen geringere Einnahmen zu erwarten. Für die Käufer ergäben sich hingegen Einsparungen von bis zu drei Milliarden Euro.