Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten zu wollen. "Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig", sagte Spahn der taz. Gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Der Ansatz der sogenannten Konversions- oder auch Reparativtherapien wird insbesondere von Vertreterinnen und Vertretern christlich-evangelikaler Kirchen befürwortet, die die Auffassung vertreten, Homosexualität sei eine psychische Erkrankung und deshalb heilbar. An diesen vermeintlichen Behandlungsmethoden gibt es breite Kritik. So verurteilte beispielsweise im März des vergangenen Jahres eine Mehrheit des EU-Parlaments diese Therapien.

Spahn sagte, "ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins".  Er wolle nun zunächst untersuchen lassen, wie andere Länder mit "Konversionstherapien" umgehen. Dann soll geklärt werden, wie genau die rechtliche Regelung in Deutschland aussehen soll.

Anbieter der Pseudotherapien mit Geldbußen wegen einer Ordnungswidrigkeit zu bestrafen, hält Spahn für "nicht übermäßig abschreckend". Stattdessen solle "im Sozialrecht erklärt werden, dass es keine Vergütung für diese Angebote geben darf". Für das Strafrecht sei "noch fraglich, welches Strafmaß angemessen ist".

Spahn rechnet mit Unterstützung der Fraktion

Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass CDU und CSU ein Verbotsvorhaben unterstützen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Unionsfraktion im Bundestag einen Anhänger von Konversionstherapien gibt", sagte er.

Der Weltärztebund sprach sich bereits im Jahr 2013 gegen sogenannte Konversationsstrategien aus und machte deutlich, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Die Umpolungsversuche seien demnach nicht nur unwirksam, sie könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken.