Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Kurskorrektur der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in der Flüchtlingspolitik gelobt. Er sehe sich durch das Werkstattgespräch der Union zur Migrationspolitik bestätigt, sagte der ehemalige CSU-Vorsitzende. Es freue ihn, mit Blick auf die Steuerung der Migration, "dass man Stück für Stück in allen Dingen, für die man in der Vergangenheit kritisiert wurde, jetzt mehr Zustimmung erhält".

Kramp-Karrenbauer hatte in einem Interview nach dem Dialogforum gesagt, als "Ultima Ratio" sei eine Grenzschließung durchaus denkbar. Sie hatte das Treffen einberufen, um die in ihrer Partei und im Verhältnis zur CSU umstrittene Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufzuarbeiten.

Im vergangenen Sommer waren die Union aus CDU und CSU sowie die Koalition mit der SPD beinahe an der Migrationspolitik geplatzt. Merkel hatte als damalige CDU-Vorsitzende einen deutschen Alleingang an der Grenze ohne europäische Abstimmung noch strikt ausgeschlossen. Hintergrund war Seehofers Forderung gewesen, Migranten, die bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden, an der Grenze zurückzuweisen.

Eine Schließung der Grenze war zu dem Zeitpunkt noch nicht im Gespräch. Kramp-Karrenbauer brachte genau dies nun als letztes Mittel ins Spiel und wurde dafür von der CSU gelobt. Im Abschlusspapier des Werkstattgesprächs ist auch von möglichen Zurückweisungen an der Grenze die Rede.