Die Grünen haben im vergangenen Jahr so viele neue Mitglieder dazugewonnen wie noch nie seit ihrer Gründung. Man habe 10.246 neue Eintritte verbucht und zähle nun 75.311 Mitglieder, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der Welt. Das sei ein Allzeithoch und entspreche einem Anstieg um 15,75 Prozent.

Besonders stark fiel der Zuwachs in Ostdeutschland aus, wie die Grünen ZEIT ONLINE bestätigten. Hier stieg die Mitgliederzahl (ohne Berlin) um 19,1 Prozent. In Brandenburg liege der Zuwachs sogar bei 26 Prozent, hieß es. Hier stieg die Mitgliederzahl von 1.097 (2017) auf 1.384 (2018). In Sachsen erhöhte sich die Zahl von 1.559 um 23 Prozent auf 1.923.

Dem Welt-Bericht zufolge ist auch der Frauenanteil noch einmal leicht von 39,8 auf 40,5 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter sei durch die vielen Eintritte von 49,5 Jahre auf glatte 49 Jahre gesunken. "Wir werden jünger, weiblicher und ostdeutscher", sagte Kellner der Zeitung.

Den Zulauf in Ostdeutschland führt Bundesgeschäftsführer auch auf das Erstarken der AfD zurück. "Das Auftauchen von AfD und Pegida hat die Menschen wachgerüttelt. Sie wollen sich für Demokratie, für Weltoffenheit engagieren", sagte Kellner. Darüber hinaus gebe es auch in den ostdeutschen Ländern "große Sehnsucht" nach einer sauberen Umwelt, nach Naturschutz, nach Erhalt von Artenvielfalt, nach einer anderen Landwirtschaft und nach Klimaschutz.

In diesem Jahr stehen unter anderem in den drei ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen an. In Umfragen kamen die Grünen bundesweit zuletzt auf bis zu 20 Prozent. Bei den Landtagswahlen in Hessen und Bayern erzielte die Partei vergangenes Jahr zweistellige Ergebnisse.