Spanien hat sich einem Bericht zufolge mit Marokko auf eine teilweise Rücknahme von im Mittelmeer geretteten Migranten geeinigt. Wenn die spanische Seenotrettung in Zusammenarbeit mit der marokkanischen Küstenwache Migranten aufgreife, dürften diese künftig in das nordafrikanische Land zurückgebracht werden, wenn deren Küste näher liege als ein spanischer Hafen, berichtete die Zeitung El País unter Berufung auf Regierungskreise.

Bislang wurden alle Flüchtlinge, die in der Straße von Gibraltar oder dem Alborán-Meer auf dem Weg nach Spanien von Booten gerettet wurden, automatisch nach Spanien gebracht.

Nach Zahlen des spanischen Innenministeriums kamen 2018 fast 64.300 Migranten illegal nach Spanien. Das waren 130 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Wegen der harten Haltung der populistischen Regierung in Italien weichen seit dem vergangenen Jahr immer mehr Migrantinnen und Migranten beim Weg über das Mittelmeer in Richtung Spanien aus.

Marokko und Spanien hatten zuletzt bei einem Besuch von König Felipe VI. und Königin Letizia in dem nordafrikanischen Land beschlossen, auch in der Verbrechensbekämpfung und der Energie- und Handelspolitik enger zusammenarbeiten. Zudem hatte Spanien mit der EU 140 Millionen Euro an Unterstützung für Marokko ausgehandelt, um den Grenzschutz zu verbessern und Flüchtlinge besser zu integrieren. Für Marokko ist Spanien der wichtigste Handelspartner.

Die spanische Regierung hatte zuletzt Neuwahlen für den 28. April angekündigt, nachdem sie im Parlament in Madrid mit ihrem Haushalt gescheitert war. Vor allem rechte Parteien gewannen in Spanien zuletzt an Zustimmung.

Bundesregierung will Marokko als sicheres Herkunftsland einstufen

Marokko ist eines der Länder, das auch die Bundesregierung zum sogenannten sicheren Herkunftsland erklären will. Die Anerkennungsquoten bei Asylverfahren von Menschen aus diesem Land sind niedrig; eine solche Einstufung würde Verfahren und Abschiebungen beschleunigen. Auch der Bundestag hat dem zugestimmt, im Bundesrat gibt es jedoch Widerstand von Ländern, in denen die Grünen oder die Linken mitregieren.