Der Bundestag könnte schon bald eine eigene Präsenz in den sozialen Medien bekommen. Die Innere Kommission des Ältestenrats im Bundestag habe dazu ein Konzept beauftragt, wie Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU), der Vorsitzende des Gremiums, der Welt sagte. Dem Bericht zufolge sollen sich die Fraktionen bis zum 20. März Gedanken über eine Social-Media-Strategie machen, bis Ostern soll dann das Konzept fertig sein.

Für das Konzept müssen einige grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden, hieß es. Es müsse zum Beispiel sichergestellt werden, dass alle Fraktionen gleich behandelt werden. Außerdem müsse geregelt werden, wie mit einzelnen Reden von Parlamentariern umgegangen wird. Im Gespräch ist eine neutrale Redaktion, die die Kanäle bespielt und eventuell moderiert.

Angestoßen worden sei das Projekt von der FDP. "Auch die Institutionen des Deutschen Bundestags dürfen sich nicht vor der digitalen Moderne verschließen", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, der Welt. "Denn sonst droht die Gefahr, dass sie sich schlichtweg von denen entfernen, die sie repräsentieren: von den Bürgern des Landes."

Vor allem Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und sein Vorgänger Norbert Lammert (CDU) hatten sich lange Zeit gegen eigene Social-Media-Accounts gewehrt und das mit einem zu hohen Aufwand begründet. Viele Bundestagsabgeordnete sind jedoch bereits auf Facebook, Twitter oder Instagram aktiv, auch die Fraktionen haben eigene Accounts. Der Bundesrat hat unter anderem Konten bei Twitter und YouTube. In anderen Ländern wie Großbritannien, Österreich, Italien oder den Niederlanden ist es bereits üblich, dass Bürger über soziale Medien direkt auf dem Laufenden gehalten werden.