Die sogenannte Rückgriffsquote war schon in der Vergangenheit niedrig, 2018 ist sie weiter gesunken: Im vergangenen zahlte der Staat Unterhaltsvorschüsse in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro für unterhaltspflichtige Elternteile, die ihr finanzielles Soll nicht einhielten. Davon wurden jedoch nur etwa 270 Millionen zurückgezahlt, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf das Familienministerium berichtet. Damit sank der Anteil von 19 auf nur noch 13 Prozent.

Als einen Grund nennt das Ministerium eine Gesetzesänderung von 2017: Davor habe es einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss nur für Kinder bis 12 Jahre und für maximal 72 Monate gegeben. Heute gibt es in begründeten Fällen Geld bis zur Volljährigkeit. Dadurch hat sich die Zahl der Kinder, die vom Vorschuss profitieren, laut Ministerium von 410.000 auf mehr als 780.000 erhöht – so stark, dass ein Anstieg um 70 Millionen Euro bei den wiedereingebrachten Vorschüssen kaum ins Gewicht fällt.

Ein Sprecher des Ministeriums versicherte, die Fallzahlen hätten sich nach einem enormen Anstieg durch die Neuregelung mittlerweile stabilisiert. Nun müsste die Rückgriffsquote durch bessere Organisation und ausreichend qualifiziertes Personal erhöht werden. Er verwies auch auf die Zuständigkeit der Länder und Kommunen. Eine Quote von 100 Prozent sei angesichts der finanziellen Situation vieler Eltern aber nicht erreichbar.