Elizabeth Warren - »Macht euch bereit. Ein Wandel kommt schneller, als ihr denkt« US-Senatorin Elizabeth Warren bewirbt sich offiziell um die Kandidatur der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020. Warren gilt als Kritikerin der Wall Street. © Foto: Carlos Giusti/AP/dpa

Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren will bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Warren erklärte in Lawrence im Bundesstaat Massachusetts ihre Bewerbung um die Kandidatur der Demokraten.

Die 69-Jährige ist eine scharfe Kritikerin Trumps. Seine Regierung kritisierte sie am Samstag als "die korrupteste seit Menschengedenken". Die prominente Senatorin gehört zum wachsenden Feld von Demokraten, die sich ein Jahr vor den Vorwahlen um die Kandidatur der Partei bewerben. Darunter sind mehrere Frauen.

Warren fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien in den USA. Mit den Einnahmen will sie die Mittelschicht  entlasten und den Klimaschutz fördern."Die Reichen und Mächtigen scheinen die Regeln zu brechen und keinen Preis dafür zu bezahlen", sagte Warren. "Wenn ich darüber rede, dann schreien einige reiche Typen: Klassenkampf! Lassen Sie mich Ihnen etwas erzählen: Dieselben reichen Typen kämpfen seit Jahrzehnten einen Klassenkampf gegen hart arbeitende Menschen. Ich sage: Es ist an der Zeit, sich zu wehren!"

Trump verspottet Warren als Pocahontas

Warren hatte eine Kontroverse ausgelöst, weil sie sich in der Vergangenheit als amerikanische Ureinwohnerin bezeichnet hatte. Präsident Trump verspottete sie am Samstag zum wiederholten Male als "Pocahontas", eine berühmte Ureinwohnerin, die im 17. Jahrhundert gelebt hatte. Im Oktober hatte Warren einen DNA-Test vorgelegt. Sie sagte, damit gebe es überzeugende Beweise dafür, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Sie wurde dafür stark kritisiert.

Der Stamm der Cherokee nannte den DNA-Test "nutzlos" und keinen Beweis für eine Stammeszugehörigkeit zu der jahrhundertealten Kultur. Die Washington Post berichtete vor wenigen Tagen unter Berufung auf eine Stammessprecherin, Warren habe sich entschuldigt. Kritiker werfen der Politikerin vor, sich als Ureinwohnerin ausgegeben zu haben, um ihre Karriere zu befördern.

Vor ihrer Wahl zur Senatorin im Jahr 2012 war Warren Juraprofessorin an der Elite-Universität Harvard. Trump unterstellt ihr, Harvard hätte sie nicht eingestellt, wenn sie sich nicht als Angehörige einer Minderheit ausgegeben hätte. In den vergangenen Tagen flammte die Debatte wieder auf: Die Washington Post veröffentlichte eine gut 32 Jahre alte Karteikarte der Anwaltskammer von Texas, auf der Warren angegeben habe, sie sei amerikanische Ureinwohnerin.

Trump fragte auf Twitter mit Blick auf Warren: "Wird sie als unsere erste Präsidentschaftskandidatin der amerikanischen Ureinwohner kandidieren oder hat sie nach 32 Jahren beschlossen, dass das nicht mehr so gut läuft?"