Die Mehrheit der Deutschen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zum Ende ihrer Amtszeit 2021 als Regierungschefin behalten. Wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/n-tv hervorgeht, haben sich 67 Prozent der Befragten für ein ordentliches Ende der Kanzlerschaft ausgesprochen. 29 Prozent der Befragten forderten, dass Merkel vorzeitig abdankt. Im Vergleich zu Februar 2018 sind die Zustimmungswerte der Kanzlerin damit um zwölf Prozentpunkte gestiegen.

Die Diskussion über einen Koalitionsbruch war vergangene Woche von einzelnen SPD-Politikern ausgelöst worden. Sie hatten mit dem Ende der Regierung gedroht, falls die Union versuchen sollte, die Kanzlerin noch in der Wahlperiode durch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zu ersetzen.

Wenn Merkel vor Ablauf der Amtszeit zurückträte, wären laut der Umfrage 56 Prozent für Neuwahlen. 17 Prozent wären für eine Koalition aus Union, FDP und Grünen, 12 Prozent würden eine Fortsetzung der großen Koalition bevorzugen und 8 Prozent plädieren für eine Minderheitsregierung aus CDU, CSU und Grünen.

Helmut Kohl hatte schlechtere Werte

Sollte Merkel das Kanzleramt früher aufgeben, wären 39 Prozent der Wahlberechtigten für Kramp-Karrenbauer, 28 Prozent wollen hingegen Friedrich Merz als Nachfolger haben, 33 Prozent der Befragten hingegen wünschen sich keinen von beiden aus den Reihen der CDU.

Vergleicht man die Umfragewerte mit denen vor mehr als 20 Jahren – 1998 gab es ähnliche Befragungen zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl – ist von einer angeblichen "Merkel-Dämmerung" nichts zu spüren. Bei Kohl hingegen war das damals anders. Damals äußerte eine Mehrheit der Befragten, dass sie sich einen Wechsel im Bundeskanzleramt wünschten.

Forsa befragte den Angaben zufolge vom 6. bis 8. März 1.508 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde mit 2,5 bis 3,0 Prozentpunkten angegeben.