Annegret Kramp-Karrenbauer hat laut einer Umfrage an Zustimmung bei Wählerinnen und Wählern verloren. Die Zustimmungswerte der CDU-Chefin sind im Vergleich zum Dezember, nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin, um zwölf Prozentpunkte auf 36 Prozent gesunken. Das geht aus Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, die das RTL/n-tv-Trendbarometer veröffentlichte. Kramp-Karrenbauer würde demnach zwar weiterhin bei einer Direktwahl deutlich vor ihren möglichen SPD-Herausforderern Andrea Nahles und Olaf Scholz liegen, verliert aber auch dabei.

Der Sympathieverlust ist demzufolge besonders stark bei Jüngeren und Anhängern der eigenen Partei. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen habe Kramp-Karrenbauer seit vergangenem Dezember 19 Prozentpunkte verloren (von 37 auf 18 Prozent). Um 15 Prozentpunkte sank die Zustimmung bei den CDU-Anhängern (von 78 auf 63 Prozent). Bei den CSU-Anhängern hat sie gegenwärtig mit 66 Prozent einen etwas größeren Rückhalt als bei den Anhängern der eigenen Partei.

Innerhalb einer Woche hat die CDU-Chefin im Vergleich mit SPD-Chefin Nahles fünf Prozentpunkte eingebüßt, im Vergleich mit Finanzminister Scholz sechs Prozentpunkte. Trotzdem liegt sie weiterhin in der Wählergunst klar vor den beiden SPD-Politikern. Bei einer Direktwahl würden sich 36 Prozent für Kramp-Karrenbauer und 15 Prozent für Nahles entscheiden. Bei einem Duell gegen Scholz würden sich 31 Prozent für die CDU-Chefin und 24 Prozent für den Finanzminister entscheiden.

Deutlich höhere Zustimmungswerte für Angela Merkel

Auch im Vergleich zu Kanzlerin Angela Merkel, ihrer Vorgängerin als Parteivorsitzende, hat Kramp-Karrenbauer geringere Sympathiewerte. Bei allen Wählergruppen bis auf AfD-Anhänger hat Merkel höhere Zustimmungswerte als die neue CDU-Chefin. "AKK versucht zurzeit, den konservativen Flügel in der CDU-Funktionärskaste zu befrieden; doch das irritiert viele Anhänger und potenzielle Wähler der CDU aus der liberalen Mitte", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

Bei den Präferenzen für die Parteien gab es im Trendbarometer nur leichte Veränderungen zugunsten des linken Spektrums. SPD, Grüne und Linke gewinnen jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche, während CDU/CSU, FDP und AfD jeweils einen Prozentpunkt verlieren. Wenn der Bundestag jetzt neu gewählt würde, wäre die Union mit 30 Prozent weiter stärkste Kraft. Die Grünen kämen auf 20 Prozent, die SPD auf 16 Prozent. Die AfD liegt bei elf Prozent, die FDP bei neun Prozent und die Linkspartei bei acht Prozent. Für das Trendbarometer befragte das Meinungsforschungsunternehmen Forsa in der vergangenen Woche 2.501 Wahlberechtigte.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.