Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für ein Recht auf Homeoffice abgelehnt. "Wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch stärker mit kreativen Arbeitsmodellen und einem Ausbau von Kinderbetreuung ermöglichen", sagte Altmaier der Rheinischen Post. Ein Rechtsanspruch auf Homeoffice sei dafür nicht notwendig. Erforderlich sei mehr Flexibilität, nicht mehr starre gesetzliche Regelungen.

Heil hatte zuvor angekündigt, er wolle ein Recht auf Homeoffice durchsetzen. Auch SPD-Chefin Andrea Nahles will in dem Bereich neue gesetzliche Grundlagen schaffen, da ihrer Ansicht nach Homeoffice für Millionen Arbeitsplätze möglich sei. Der Arbeitsminister bekräftigte sein Vorhaben in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse und verwies auf eine Studie aus dem Jahr 2016 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von zu Hause aus arbeiten. Für 60 Prozent der Beschäftigten ist dagegen Arbeit im Homeoffice nicht machbar. Derzeit würden zwölf Prozent der Beschäftigten von zu Hause arbeiten, sagte Heil. "Da ist mehr möglich. Dazu werden wir im Herbst konkrete Vorschläge machen."

Heil lässt derzeit einen Gesetzentwurf ausarbeiten, der ein Recht auf Homeoffice vorsieht. Damit die Arbeitszeit zu Hause nicht ausufert, wollen die Sozialdemokraten Arbeitnehmer besser davor schützen, ständig erreichbar sein zu müssen. Außerdem sollten Beschäftigte Überstunden oder Gutschriften durch Fort- und Weiterbildungen auf ein persönlichen Zeitkonto einzahlen können. Dieses Guthaben könnten sie dann später in Freizeit umwandeln. Dies könnte etwa genutzt werden, wenn Menschen mehr Zeit für ihre Kinder oder die Pflege von Angehörigen haben möchten.