Nicaraguas Regierung hat sich verpflichtet, alle politischen Inhaftierten innerhalb von 90 Tagen aus den Gefängnissen zu entlassen. Die Regierung kündigte an, mit der zivilen Opposition wieder zu verhandeln, um einen friedlichen Ausweg aus der politischen Krise zu finden. 

Die Freilassung von mehr als 700 Regierungsgegnerinnen und -gegnern war eine der wichtigsten Forderungen der Opposition für weitere Gespräche mit der Regierung in Managua. Im Gegenzug bat die Regierung von Präsident Daniel Ortega, Sanktionen aufzuheben. Die Gespräche sollten am Donnerstag fortgesetzt werden. Am Wochenende waren Demonstrationen von Sicherheitskräften aufgelöst worden, was zu starken Spannungen in den vergangenen Tagen geführt hatte.

Seit gut einem Jahr herrscht in dem mittelamerikanischen Land eine politische Krise. Im April vergangenen Jahres begannen wegen einer geplanten Sozialreform Proteste, die letztendlich von der Polizei und regierungsnahen Schlägertrupps niedergeschlagen wurden. Der autoritäre Präsident Daniel Ortega hatte unter anderem Teilnehmer an Protesten gegen die Regierung willkürlich festnehmen lassen. Seither sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 500 Menschen getötet worden.