Nach Informationen der taz gibt es eine direkte Verbindung zwischen Verfassungsschutz und dem Verein Uniter e.V., der in Zusammenhang mit einem rechtsextremen Netzwerk von Mitgliedern aus Sicherheitsbehörden aufgefallen ist. Wie die Zeitung unter Berufung auf mehrere voneinander unabhängige Quellen berichtet, soll ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg den Verein mitgegründet und bis zu seinem Rücktritt auch in dessen Vereinsvorstand gesessen haben. Im Vereinsregister ist er demnach bis heute eingetragen.

Der Verein Uniter e.V., der nach taz-Recherchen militärische Kampftrainings durchgeführt hat, wurde durch den ehemaligen KSK-Soldaten André S. bekannt. Er ist nicht nur stellvertretender Vereinsvorsitzender, sondern hat unter dem Namen Hannibal auch Chatgruppen administriert, in denen sich sogenannte Prepper auf einen "Tag X" vorbereiteten.

Generalbundesanwalt beobachtet Uniter e.V.

Der Generalbundesanwalt ermittelt in diesem Zusammenhang gegen mehrere Männer wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Beschuldigten sollen unter anderem Feindeslisten geführt und die Tötung politischer Gegner besprochen haben. Einem der Chats gehörte auch der rechtsextreme Bundeswehrsoldat Franco A. an, der wegen Terrorvorwürfen angeklagt ist.

Der taz zufolge gibt es große personelle und strukturelle Überschneidungen zwischen den Chatgruppen und dem Verein Uniter e.V., zu dem der Generalbundesanwalt einen sogenannten Beobachtungsvorgang angelegt hat. Damit untersucht er die Bedeutung des Falls und die kriminelle Relevanz.

Das LfV verfügt nach Informationen der Zeitung auch über mindestens einen Hinweisgeber, der den Verfassungsschutz über Veranstaltungen des Vereins informiert. Auf taz-Anfrage teilte LfV-Sprecher Georg Spielberg mit, der Verein Uniter e.V. sei kein Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes Baden-Württemberg, "weil keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass es sich um eine Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung handelt".

Auch über den LfV-Mitarbeiter, der den Verein Uniter mitgegründet hat, möchte sich die Behörde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht öffentlich äußern.