Die Bundeswehr bleibt um mindestens ein weiteres Jahr in Mali und am Horn von Afrika im Einsatz. Das Bundeskabinett stimmte der Verlängerung von drei Missionen zu. Die Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission für Sicherheitskräfte in Mali (EUTM) und an der UN-Mission Minusma zur Unterstützung des Friedensabkommens in Mali sollen nach dem Willen von Kanzlerin und Ministerrunde mit unveränderten Obergrenzen für die Zahl der eingesetzten Soldaten fortgesetzt werden. Dagegen soll die mögliche Zahl deutscher Soldaten in der Antipirateriemission Atalanta am Horn von Afrika und im Seegebiet vor der Küste Somalias von 600 auf 400 Soldaten reduziert werden.

Der UN-Einsatz Minusma soll den Friedensprozess in Mali unterstützen, nachdem der Norden des Landes 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten war. Aktuell werden dazu rund 900 deutsche Soldaten in Mali und Niger eingesetzt. Die Personalobergrenze bleibt unverändert bei 1.100 Soldaten. Nach Monaten einer Verschlechterung der Sicherheitslage wird in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mandatstext, der sich auf eine UN-Resolution bezieht, die Unterstützung bei der Wiederherstellung der staatlichen Autorität in Zentralmali genannt.

Die EU-Ausbildungsmission EUTM Mali ist seit November 2018 unter deutscher Führung. Ziel ist es, malische Sicherheitskräfte in die Lage zu versetzen, selbst für Stabilität im Land zu sorgen. Derzeit beteiligt sich Deutschland mit rund 180 Soldaten an dem Einsatz. Die Obergrenze von 350 bleibt bestehen.

Die Operation Atalanta dient dem Schutz der internationalen Schifffahrt vor der Küste Somalias vor Piraterie. Geschützt werden besonders Schiffe des UN-Welternährungsprogramms und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia. Aktuell beteiligt sich Deutschland mit rund 80 Soldaten. Die Kabinettsbeschlüsse bedürfen noch der Zustimmung des Bundestags, mit den Stimmen der großen Koalition gilt diese aber als sicher.