In Deutschland begehen überdurchschnittlich viele Menschen in der Haft Selbstmord. Einer Statistik des Europarates zufolge töteten sich in deutschen Gefängnissen pro 10.000 Insassen durchschnittlich 11,8 Menschen. Im Vergleich mit den 46 Mitgliedstaaten des Europarats liegt die Rate nur in Frankreich (12,6) und Österreich (12,3) höher. Der Durchschnitt aller Mitgliedsländer lag bei 5,5.

Der 1949 gegründete Europarat soll in seinen 47 Mitgliedsländern die Demokratie stärken sowie die Menschenrechte und den Rechtsstaat schützen. Er ist keine EU-Institution. Die Zahlen für Deutschland beziehen sich auf das Jahr 2016, bei den anderen Ländern wurden hingegen die Angaben von 2017 zugrunde gelegt.  

Der Anteil der Inhaftierten insgesamt sank den Angaben zufolge – insgesamt waren 2018 gemessen an der Bevölkerung pro 100.000 Einwohner 102,5 Menschen in den Ländern des Eurorates im Gefängnis, 2016 waren es noch 109,7 Menschen.

Mehr als ein Drittel der Gefängnisinsassen in Deutschland ist dem Bericht zufolge ausländischer Herkunft. Damit liege Deutschland im oberen Mittelfeld im Vergleich zu den anderen Mitgliedsländern des Europarats, teilte die Organisation mit. In der Schweiz, Österreich und Griechenland kommen mehr als die Hälfte der Gefängnisinsassen aus einem anderen Land.

Überbelegung als Problem

Immer noch ein Problem ist laut Statistik die Überfüllung der Gefängnisse. Von 100 Plätzen waren 2018 im Schnitt 91,4 belegt. Überbelegung war der Studie zufolge besonders ein Problem in Nordmazedonien, Rumänien, Frankreich und Italien. Dort gab es über 115 Insassen für 100 Plätze. Insgesamt wurden die meisten Menschen wegen Drogendelikten oder Diebstahl inhaftiert.

Die Umfrage wurde von der Universität Lausanne für den Europarat durchgeführt. Dafür stellten 44 von insgesamt 52 Gefängnisbehörden in den 47 Mitgliedstaaten Informationen zur Verfügung.