Im Zusammenhang mit einer bundesweiten Serie von Drohschreiben mit rechtsextremistischen Inhalten haben Ermittler die Wohnung eines Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht. Der Mann stehe unter dem Verdacht, Verfasser zahlreicher Mails unter anderem mit Bombendrohungen an Gerichte und andere Einrichtungen zu sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Demnach gehe es bei den Ermittlungen unter anderem um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Zudem soll herausgefunden werden, ob der Verdächtige auch Verfasser von weiteren der insgesamt 200 Drohschreiben ist, die Gegenstand der Ermittlungen sind.

Diese Drohmails wurden seit dem vergangenen Sommer verschickt. Im März wurden deshalb etwa der Hauptbahnhof Lübeck und das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt. Auch die Hamburger Polizei sperrte kurzzeitig mehrere Straßen. Zuvor hatte es auch in Frankfurt Bombendrohungen gegen das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft gegeben. Drohungen gingen auch an Politiker, Anwälte, Journalisten oder den Zentralrat der Juden. Ob alle Drohungen der vergangenen Monate mit dem aktuellen Ermittlungskomplex zusammenhängen, war zunächst unklar.