1988 in Weiler in der Eifel trat die damals 18-jährige Andrea Nahles in die SPD ein und gründete mit Freunden einen Ortsverein. Wenige Jahre später wurde sie Juso-Vorsitzende, ab 1998 Bundestagsabgeordnete, Generalsekretärin, Arbeitsministerin und schließlich Parteichefin. Polarisiert hat Nahles immer. Altkanzler Gerhard Schröder ging sie mit ihrer Kritik an dessen Agenda-Politik mächtig auf die Nerven, später den Alphatieren Franz Müntefering, Sigmar Gabriel und Martin Schulz. Nahles kannte die SPD und ihren Machiavelli gut, sie wusste, wie man Allianzen bildet und Gegner entmachtet. Gereicht hat nicht. Jetzt ist Nahles von allen Ämtern zurückgetreten: Das desaströse Abschneiden der SPD bei der Europawahl und schwindender Rückhalt in Partei und Fraktion haben dafür den Ausschlag gegeben.