Die CSU möchte Azubis und Studierende zu einem sogenannten Deutschland-Praktikum bei sozialen Organisationen oder der Bundeswehr verpflichten. Das gehe aus einem Positionspapier hervor, das der Parteivorstand an diesem Montag beschließen will, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Das Kurzpraktikum soll für alle Geschlechter verpflichtend sein.

Wie lang ein solches Praktikum sein soll, werde in dem Papier mit dem Titel Bekenntnis zu Bundeswehr und Bündnissen nicht festgelegt, auch ein konkreter Termin zur Einführung wird nicht genannt. Junge Menschen könnten es bei "staatlichen, sozialen, ökologischen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen oder der Bundeswehr" absolvieren.

Das Konzept sei vom stellvertretenden CSU-Generalsekretär Florian Hahn im Auftrag von Parteichef Markus Söder erarbeitet worden. "Das Deutschland-Praktikum stärkt den Staatsbürger, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und unser Land", sagte Hahn der Zeitung. Es mögliche der jungen Generation einen wertvollen Einblick in Berufe, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung seien.

"Etwas Wertvolles für sein Land leisten"

Eine Rückkehr zur Wehrpflicht durch die Hintertür sei aber nicht vorgesehen. Das sei bei der derzeitigen Rechtslage gar nicht möglich. Von dem Praktikum sollen vielmehr staatliche und zivilgesellschaftliche Einrichtungen ebenso profitieren wie die Bundeswehr. Zudem gewinne jeder Auszubildende "die konkrete Erfahrung, etwas Wertvolles für sein Land geleistet zu haben".

Im vergangenen Jahr hatte die heutige CDU-Chefin und damalige Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Debatte zur Wiedereinführung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht angeregt. Auch weitere CDU-Abgeordnete forderten einen neuen Pflichtdienst in der Bundeswehr oder im sozialen Bereich.

Das Papier enthält außerdem Pläne zur Stärkung des Militärs in Deutschland und Europa. Die CSU fordert dabei unter anderem den Aufbau einer europäischen Armee bis 2030. Parallel dazu soll auch die Bundeswehr durch mehr finanzielle Mittel und bessere Ausrüstung aufgewertet werden. Die Partei wolle außerdem für eine "breite Anerkennung der Bundeswehr in der Gesellschaft" werben.