Unionsabgeordnete kritisieren den von der Bundesregierung geplanten Kohleausstieg bis 2038 mit milliardenschweren Strukturhilfen. "Die Empfehlungen der Kohlekommission sind als solche nicht bindend. Sie weisen in die falsche Richtung, zerstören Zukunftsperspektiven und schaden der Umwelt", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker Axel E. Fischer.

Fischer gehört einer ganzen Gruppe von Unionsabgeordneten an, die sich mit den Regierungsplänen nicht abfinden will. Auch der CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting beschwert sich. "Die Verteilung von Milliardensteuergeld mit der Gießkanne auf die betroffenen Regionen wird dort keine blühenden Landschaften schaffen", sagte er der dpa. "Es ist unsere verdammte Pflicht, mit dem sauer verdienten Geld der Bürgerinnen und Bürger sorgsam und überlegt umzugehen." Gutting und Fischer gehören dem erweiterten Fraktionsvorstand an.

Auch die Parlamentarier Andreas Mattfeldt (CDU/Niedersachsen), Klaus-Peter Willsch (CDU/Hessen) und Alois Rainer (CSU/Bayern) äußerten Kritik am Kohleausstieg bis 2038. Sie warnten vor steigenden Strompreisen, einer Gefahr für die Versorgungssicherheit und Produktionsverlagerungen ins Ausland.

Das Bundeskabinett hat vor einer Woche Eckpunkte zu Milliardenhilfen für die Kohleregionen gebilligt. Für den Strukturwandel in der Lausitz, im mitteldeutschen und im rheinischen Revier sollen über die nächsten zwei Jahrzehnte insgesamt bis zu 40 Milliarden Euro vom Bund an die Länder fließen. Dafür hatten sich vor allem die Ministerpräsidenten der Kohleländer eingesetzt. Mit dem Geld sollen Maßnahmen für den Strukturwandel finanziert werden.