Die Zahl der Menschen, die ihren Angehörigen nach Deutschland folgen, ist in den vergangenen beiden Jahren deutlich gesunken. Das zeigen aktuelle Daten des Auswärtigen Amts. Demnach erhielten im ersten Quartal 2017 noch 17.322 Menschen aus den sechs Hauptherkunftsländern ein Visum. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es nur noch 7.402 Personen – obwohl mit Somalia mittlerweile sieben Herkunftsländer in die Statistik eingehen.

Die größte Gruppe von mehr als 5.000 Menschen kam zuletzt aus Syrien, mit großem Abstand gefolgt von Angehörigen aus dem Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea, Somalia und Jemen. Die Zahlen umfassen laut Auswärtigem Amt aber nicht ausschließlich Angehörige von Flüchtlingen sondern auch ausländische Ehepartner von deutschen Staatsbürgern. Den Familiennachzug können Ehepartner, minderjährige Kinder oder Eltern anerkannter Asylbewerber ebenso beantragen wie Deutsche oder Menschen, die hier wohnen.

Über alle Länder hinweg macht der Familiennachzug von anerkannten Flüchtlingen zudem nur einen Bruchteil aus. So wurden im ersten Quartal weltweit 26.774 Visa zum Familiennachzug erteilt, davon 6.966 an Angehörige anerkannter Asylbewerber. Das geht aus einer Auskunft des Auswärtigen Amtes an die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke hervor.

"Der Familiennachzug zu anerkannten Flüchtlingen ist deutlich geringer, als uns die Bundesregierung immer weismachen wollte", sagte Jelpke. "Umso schlimmer, dass auf der Grundlage dieser falschen Prognosen erhebliche Gesetzesverschärfungen vorgenommen und tief in das Menschenrecht auf Familiennachzug eingegriffen wurde." Das Recht auf Familienleben müsse endlich wieder uneingeschränkt für alle schutzbedürftigen Flüchtlinge.