Der Sozialverband VdK hat eine Kampagne für grundlegende Reformen bei der Rente gestartet. So müsse es endlich eine Grundrente geben und Arbeitgeber sollten sich mit einem höheren Anteil am Rentenbetrag beteiligen, forderte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Zudem müssten alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, also auch Beamte, Selbstständige und Politiker.

Für diese Forderung bekam Bentele die Unterstützung der SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles. Eine Rente für alle sei Programm der SPD, sagte sie am Rande einer Veranstaltung im Bundestag. Ein wichtiger Schritt in die vom VdK geforderte Richtung sei mit der Einbeziehung der nicht anders abgesicherten Selbstständigen in die Rentenversicherung bereits geplant, sagte Nahles. "Und dann fehlen nur noch die Beamten."

Tatsächlich hatte bereits Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung erwogen. Konkrete Pläne wurden aber nicht bekannt. Für VdK-Präsidentin Bentele sind diese längst überfällig. "Es muss sich etwas ändern", forderte sie.

Bentele verwies dabei auch auf die Situation in Österreich. Dort zahlten alle Erwerbstätigen in eine gemeinsame Rentenkasse ein "und erhalten Altersbezüge weit über dem deutschen Durchschnitt". Die Sozialexpertin gab zu bedenken, dass Beamte, Selbstständige und Politiker nicht nur gut verdienen würden, sondern auch seltener krank seien. "Sie würden mit ihren Beiträgen die gesetzliche Rente besser machen." Zudem sei eine Rentenversicherung nur dann solidarisch, wenn alle Erwerbstätigen einzahlten, "egal ob als Beamte oder Angestellte, als Selbstständige oder Manager", sagte Bentele.

Bereits am Wochenende hatte die VdK-Präsidentin einen höheren Anteil der Arbeitgeber am Rentenbeitrag gefordert. Angemessen wäre ein um zwei Prozentpunkte höherer Beitrag, sagte sie in einem Interview. Derzeit zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte des Rentenbeitrags von 18,6 Prozent, also 9,3 Prozent. Ein um zwei Prozentpunkte erhöhter Beitragssatz für Arbeitgeber entspräche demnach 11,3 Prozent vom Bruttolohn eines Angestellten.

Nach den Vorstellungen des VdK soll Bestandteil einer umfassenden Rentenreform auch die komplette Streichung bestehender Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente sein. Bentele forderte: "Alle Generationen müssen die Gewissheit haben, dass sie im Alter durch die gesetzliche Rente gut abgesichert sind."