SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer einen rückwärtsgewandten Kurs vorgeworfen und ihr Chancen auf das Kanzleramt abgesprochen. "Ich sehe nicht, dass jemand, der so rückwärtsgewandt agiert, Kanzlerin in diesem Land werden kann", sagte Klingbeil der Rheinischen Post. Es sei offensichtlich, wohin es mit der CDU unter der neuen Chefin gehe: "zurück und nach rechts".

Klingbeil warf Kramp-Karrenbauer auch vor, tagelang Juso-Chef Kevin Kühnert wegen dessen Sozialismus-Äußerungen attackiert zu haben. "Angela Merkel ist deutlich souveräner mit solchen Situationen umgegangen", sagte er.

Von der eigenen Partei verlangte der Generalsekretär mehr Einigkeit in der Debatte um Kühnerts Sozialismusthesen. "Was einer Partei schadet, ist fehlende Geschlossenheit", sagte Klingbeil. "Und da waren einige Tweets und Kommentare in den letzten Tagen nicht unbedingt hilfreich." Johannes Kahrs, Chef des Seeheimer Kreises der SPD, hatte sich auf Twitter etwa erkundigt, was Kühnert denn geraucht habe. Zudem nannte er ihn "unsolidarisch" und warf ihm vor, im Wahlkampf der Partei zu schaden. Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte Kühnert vorgeworfen, die "Methode Donald Trump" zu betreiben.

Klingbeil selbst hatte sich in der vergangenen Woche von der Forderung des Juso-Chefs, Gewinne von Konzernen wie BMW zu kollektivieren, distanziert. Kühnert habe über eine "gesellschaftliche Utopie" gesprochen. "Diese ist nicht meine und auch keine Forderung der SPD."