Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich positiv zur Diskussion über eine geplante Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen geäußert. Wer sich impfen lasse, könne Zivilisationskrankheiten vermeiden, sagte Merkel bei einem Kongress der Unionsfraktion zu globalen Gesundheitsfragen in Berlin. Über das Thema werde von Gesundheitsminister Jens Spahn mit großem Nachdruck "und zu Recht" geredet, wolle sie ausdrücklich sagen.

Laut einem Gesetzentwurf soll eine Impfpflicht gegen Masern ab März 2020 für Kinder und das Personal in Kitas und Schulen gelten, außerdem für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen. Bei Weigerung müssten Impf-Gegnerinnen mit Geldbußen von bis zu 2.500 Euro und Kita-Ausschluss rechnen.

Vor zwei Jahren hatten laut EU-Kommission nur vier Mitgliedsstaaten eine Impfrate von mindestens 95 Prozent. Diese Rate wäre erforderlich, um auch die Immunität von Menschen zu schützen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. In Deutschland lag die Quote laut Robert Koch-Institut bei 97,1 Prozent – allerdings mit erheblichen regionalen Schwankungen.

Ungeimpfte Kinder werden nicht nur selbst in Lebensgefahr gebracht, sie können auch Säuglinge oder kranke Menschen anstecken, die nicht geimpft werden dürfen, aber besonders gefährdet sind. Die erste Impfung wird erst für Kinder ab knapp einem Jahr empfohlen, die zweite Impfung bis zum zweiten Geburtstag.

Mit Blick auf eine bessere Gesundheitsversorgung auch in ärmeren Staaten der Erde warb die Kanzlerin für internationale Kooperation. Dafür komme es unter anderem darauf an, Forschungsfortschritte auch wirtschaftlich schwächeren Ländern zugutekommen zu lassen und neue Impfstoffe besser weiterzugeben.