Die Instandsetzung des Schulschiffs Gorch Fock hat wegen drastischer Kostensteigerungen für Aufsehen gesorgt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat nun entschieden, dass die Sanierung fortgesetzt wird. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher ZEIT ONLINE. Die Fertigstellung müsse aber "im Rahmen der im März vereinbarten Kostenvorgaben" erfolgen und dürfe damit die Summe von 135 Millionen Euro nicht übersteigen, sagte ein Sprecher der AFP.

Am Freitag war der sanierte Rumpf des Marineschulschiffes nach langem Streit zwischen der Bremerhavener Bredo-Werft und der Marine zu Wasser gelassen worden. Mehr als drei Jahre hatte die Gorch Fock im Trockendock der Werft gelegen, die als Subunternehmen für die inzwischen insolvente Elsflether Werft tätig war.

Zunächst wollte die Bredo-Werft das Schiff nicht freigeben und verwies auf eine offene Rechnung in Höhe von 5,1 Millionen Euro. Der Bund hatte dies abgelehnt mit der Begründung, für die erbrachten Leistungen bereits Geld an die Elsflether Werft überwiesen zu haben.

Umbau zu Museumsschiff wäre billiger gewesen

Ursprünglich waren für die Sanierung nur knapp zehn Millionen Euro vereinbart worden, die Kosten liefen dann aber völlig aus dem Ruder. Staatsanwalt und Polizei ermitteln wegen Korruptions- und Untreueverdachts rund um die Arbeiten und die damit beauftragte Elsflether Werft.

Den Ausschlag der Entscheidung von der Leyens gab letztlich das erfolgreiche Bestehen eines Testlaufs am Freitag. Der Rumpf des Segelschulschiffs war dabei zu Wasser gelassen und mehrere Stunden auf Stabilität und andere Eigenschaften getestet worden. Die Testergebnisse seien "nun die Basis, um die Sanierung durchzuführen", sagte der Ministeriumssprecher.

Wegen der Kostensteigerungen hatte die Ministerin zuletzt offengelassen, ob die Gorch Fock wie ursprünglich geplant rundum als Segelschulschiff saniert werden sollte. Die Alternative wäre gewesen, sie zu einem Museumsschiff umbauen zu lassen. Dies wäre billiger geworden, weil das Schiff dann nicht auf Hochseetauglichkeit getrimmt werden müsste.