Die konservative WerteUnion hat sich dafür ausgesprochen, die Parteimitglieder über den nächsten Kanzlerkandidaten von CDU und CSU abstimmen zu lassen. "Die WerteUnion fordert angesichts der verheerenden Umfragewerte eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder und startet kurzfristig eine Initiative zu deren Umsetzung", sagte der Bundesvorsitzende Alexander Mitsch der Welt.

Die große Koalition sei gescheitert, "sowohl inhaltlich als auch in den Augen der Bürger, und es droht Rot-Rot-Grün". Mitsch betonte außerdem: "Die Trendwende erreichen wir erst, wenn die CDU wieder klarmacht, wofür und wogegen sie steht – notfalls in einer Minderheitsregierung unter neuer Führung."

Deutschland und die Union bräuchten "dringend eine Politikwende für mehr innere Sicherheit, niedrigere Steuern und Sozialabgaben sowie eine ökologische Marktwirtschaft". Mitsch hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert und ihren baldigen Rückzug aus dem Kanzleramt gefordert. Er wirbt für ein härteres Vorgehen in der Innen- und Flüchtlingspolitik.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) zeigte sich davon überzeugt, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nächste Kanzlerkandidatin der Union wird. Aus Sicht des stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ist noch nicht über die nächste Kanzlerkandidatur entschieden.