Laut Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat die Union beim Thema Umwelt zu wenig kommuniziert. "Wir haben nicht emphatisch genug auf diejenigen reagiert, die wirklich besorgt sind", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die CDU und ihre Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer waren für ihren Umgang mit den Schülerklimaprotesten bei den Fridays-for-Future-Aktionen und mit einem Video des YouTubers Rezo kritisiert worden.

Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der Grünen und ihren Zuwachs bei der Europawahl, was jeweils auch dem Klimakurs der Partei zugeschrieben wird, sagte Brinkhaus, beim Umweltthema seien einige Ziele noch nicht erreicht – "und das ist überhaupt nicht gut". Aber die Union habe auch eine Menge Dinge auf den Weg gebracht, national und auch auf internationaler Ebene.

"Klimawandel bekämpfen, ohne dass Industriearbeitsplätze verloren gehen"

Der Fraktionschef will soziale Härten im Kampf gegen den Klimawandel vermeiden – auch wenn Klimaschutz mit Kosten verbunden sei. "Unser Anspruch ist es, den Klimawandel zu bekämpfen, ohne dass Industriearbeitsplätze verloren gehen und ohne dass die Mobilität im ländlichen Raum unzumutbar eingeschränkt wird", sagte Brinkhaus. Es gebe aber keinen nachteilsfreien Kampf gegen den Klimawandel. "Das heißt, es werden sich Dinge verändern", sagte er über seine Pläne für eine andere Bepreisung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Der Kampf gegen den Klimawandel sei "nicht nur eine Aufgabe des Staates, der Steuern und Verbote beschließt oder technologischen Wandel vorantreibt. Sondern da ist jeder von uns selbst gefragt."

Zur Debatte über teureres Fliegen sagte Brinkhaus, dass eine Kerosinsteuer nur auf europäischer Ebene eingeführt werden könne, sonst drohten erhebliche Ausweichverkehre. Nachdem sich die Unionsfraktionschefs aus Bund und Ländern offen für die Idee gezeigt hatten, äußerte sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) skeptisch.