Die Visumvergabe an Reisende aus Drittstaaten knüpft die EU künftig an die Zusammenarbeit des jeweiligen Landes bei der Rücknahme abgelehnter Asylbewerber. Bürger aus Staaten, die nicht kooperieren, könnten bald länger auf ihr Visum warten oder mehr dafür bezahlen müssen. Die EU-Staaten bestätigten eine vorläufige Einigung mit dem Europaparlament.

Die Staats- und Regierungschefs hatten die EU-Kommission 2017 dazu aufgefordert, die Hebelwirkung der gemeinsamen Visumpolitik bei der Abschiebung illegaler Migrantinnen und Migranten besser zu nutzen. 2018 legte die Brüsseler Behörde einen Gesetzesvorschlag vor. Nach Angaben der Kommission wurden 2016 fast 14 Millionen Schengen-Visa ausgestellt. Dem Schengenraum, in dem es in der Regel keine stationären Personenkontrollen an den Grenzen gibt, gehören 26 europäische Länder an.

Die Zusammenarbeit mit den Drittstaaten soll fortan regelmäßig von der EU-Kommission bewertet werden. Wenn ein Land nicht kooperiert, könnten die Sanktionen greifen. Im umgekehrten Fall kann die EU-Kommission den EU-Staaten vorschlagen, die Visumgebühr zu senken oder schneller über Anträge zu entscheiden.

Grundsätzlich soll die Visumvergabe einfacher werden, aber auch teurer. Legal Reisende können ihre Anträge schon sechs Monate vor Reiseantritt stellen, das Formular kann elektronisch ausgefüllt und unterschrieben werden. Die Gebühr für ein Visum wird von 60 auf 80 Euro erhöht.