In der SPD gibt es erste Stimmen, die sich Juso-Chef Kevin Kühnert als Nachfolger von Andrea Nahles an der Spitze der Partei wünschen. "Ich würde mich sehr freuen, wenn Kevin Kühnert kandidiert", sagte etwa Simone Lange dem Spiegel. Die Flensburger Oberbürgermeisterin war im vergangenen Jahr bei der Wahl zum Parteivorsitz selbst gegen Nahles angetreten und ihr ­unterlegen.

Die SPD wird derzeit kommissarisch von Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet. Diese drei übernahmen das Amt von Nahles, als diese am vergangenen Sonntag überraschend ihren Rückzug von ihren Ämtern als Partei- und Fraktionsvorsitzende bekannt gegeben hatte. Auch ihr Bundestagsmandant will sie zurückgeben. Eine neue Parteiführung soll dann auf einem Parteitag nach der Sommerpause gewählt werden. Das eigentlich für Dezember terminierte Delegiertentreffen wird dafür vorgezogen.

Laut Spiegel plädiert auch die kürzlich gewählte SPD-Vorsitzende in Schleswig-Holstein, Serpil Midyatli, dafür, Kühnert mehr Verantwortung zu übertragen. "Ein frischer, junger Kopf würde uns ­guttun", sagt Midyatli. "Ich bin mir sicher, dass Kevin im nächsten Parteivorstand eine ­herausragende Rolle übernehmen wird."

Sympathien für Kühnert hat offenbar auch Veith Lemmen, Vize­vorsitzender des SPD-Landesverbands Nordrhein-Westfalen. Er wird in dem Magazin zitiert: "Kevin hat Fähigkeiten und Ansichten, welche die Bundespartei braucht, er wird ganz vorne mitmischen."

Kühnert hatte in einem ZEIT-Interview zum Thema Sozialismus gesagt, dass er für eine Kollektivierung großer Unternehmen "auf demokratischem Wege" eintrete. Daraufhin wurde er stark kritisiert.