Die Grünen wollen nicht mit der Union im Bund koalieren, falls die Partei in einzelnen Bundesländern Koalitionen mit der AfD schließt. Bündnisse zwischen der CDU und der AfD wären ein Hindernis für eine mögliche schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene, sagte der Bundesgeschäftsführer der Grünen Michael Kellner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Es wäre ein Dammbruch für unsere Demokratie und würde schlagartig die Distanz zu uns Grünen vergrößern", sagte Kellner.

Die innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Irene Mihalic, sagte dem RND: "Die CDU muss deutlich machen, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen ist. Wer mit dieser Partei Bündnisse eingeht, knüpft – ob gewollt oder nicht – auch mit denen ein Band, die rechtsextreme Gewalt und Terror verharmlosen oder gar in mehr oder weniger subtiler Form unterstützen."

Sie fügte hinzu: "Es wäre aus meiner Sicht nur schwer vorstellbar, mit einer Partei zu koalieren, die in anderen Ländern mit der AfD zusammenarbeitet." Die Fraktionschefin der Grünen Katrin Göring-Eckardt hatte erst am Donnerstag die AfD im RND-Interview als "Gefahr für die Entwicklung in Ostdeutschland" bezeichnet.

"Das Soziale mit dem Nationalen" versöhnen

Anlass für die Warnungen sind jüngste Äußerungen führender CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt und Sachsen, die für eine Annäherung an die AfD plädiert hatten. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung hatten die CDU-Fraktionsvizes Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer aus Sachsen-Anhalt in einer "Denkschrift" gefordert, Koalitionen mit der AfD nicht auszuschließen. In dem Papier hieß es demnach auch, die Wähler von CDU und AfD hätten ähnliche Ziele. Es müsse wieder gelingen, "das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak widersprach diesen Äußerungen. Er verwies auf den geltenden Parteitagsbeschluss der CDU, der eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD ausschließt.

Im Herbst finden in Sachsen, Brandenburg und Thüringen Landtagswahlen statt. In allen drei Ländern kommt die AfD in Umfragen auf Werte von mindestens 20 Prozent. Sie könnte teils sogar stärkste Partei werden.