Das Verteidigungsministerium hat sich im Streit mit den an der Sanierung der Gorch Fock beteiligten Werften eigenen Angaben zufolge auf eine Zwischenlösung geeinigt. Dem für Freitag geplanten Ausdocken des Schiffes stehe nun "nichts mehr" entgegen, sagte ein Ministeriumssprecher. Damit könne auch die Instandsetzung fortgesetzt werden. Zuvor war die Regierung mit einem Eilantrag gescheitert, mit dem sie das Ausdocken des Schiffes erzwingen wollte.

Die Bredo-Werft und das Verteidigungsministerium hatten sich zuvor nochmals zu Verhandlungen getroffen. Die Werft fordert vom Bund 5,1 Millionen Euro und wollte den sanierten Rumpf als Pfand behalten. Das Verteidigungsministerium hält hingegen daran fest, dass die Dockkosten bereits an den Generalunternehmer der Sanierung, die Elsflether Werft, überwiesen worden sind. Die ist aber insolvent.

"Es ist gut, dass Einsicht eingekehrt ist", sagte der Ministeriumssprecher. "Eine Blockade der Instandsetzung der Gorch Fock schadete letztlich allen Seiten." Die Bundesregierung habe stets alle vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich erfüllt, hieß es. Zusätzliches Geld fließt nach dieser Vereinbarung nicht. Eine gerichtliche Überprüfung der von Bredo behaupteten Ansprüche sei für die Bundeswehr kein Problem.

Die Instandsetzung des Schulschiffes sorgte wegen drastischer Kostensteigerungen für Aufsehen. Darüber hinaus ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft auch wegen des Verdachts von Korruptions- und Untreuedelikten rund um die Arbeiten und die Elsflether Werft.