Die hessische SPD-Politikerin Christine Lambrecht ist als neue Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz vereidigt worden. Vor dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) legte sie im Parlament ihren Amtseid ab.

Lambrecht war seit März 2018 als Parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium unter Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) tätig. Zuvor hatte die 54-Jährige als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und später als Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Bundestag gearbeitet.

Lambrechts Vorgängerin, Katarina Barley (SPD), war bei der Europawahl am 26. Mai als Spitzenkandidatin der SPD angetreten. Sie wechselt zum Juli ins Europäische Parlament nach Brüssel.

Im Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, fand vor der Vereidigung Lambrechts im Bundestag eine Zeremonie statt. Zum Abschied von Katarina Barley würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienste der Ministerin und lobte ihren "Mut und Elan". Barley habe ihre Arbeit "mit der richtigen Mischung aus Offenheit und Humor, Nachdenklichkeit und Selbstreflexion" gemacht, sagte Steinmeier. Für die deutsche Politik sei ihr Wechsel ins Europaparlament ein Verlust, für die europäische Integration hingegen "eine Bereicherung".

Ihrer Nachfolgerin, Christine Lambrecht, überreichte Steinmeier die Ernennungsurkunde und sagte: "Das Amt der Justizministerin übernehmen Sie in herausfordernden Zeiten. Die Verteidigung des Rechtsstaats, nicht zuletzt der Kampf gegen rechten Terror, aber auch ein ausgewogenes Verhältnis von Freiheit und Sicherheit, all das sind Themen, die die Menschen in unserem Land bewegen."

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm ebenfalls an der Zeremonie teil.