Absage im letzten Moment: Die im polnischen Stettin geplante Klausur der AfD-Bundestagsfraktion kann dort nicht stattfinden. Ein Fraktionssprecher sagte ZEIT ONLINE, das Hotel habe als Grund für die sehr kurzfristige Stornierung "einen Stromausfall" genannt. Dass die Räume nicht zur Verfügung stehen, habe sich nach und nach bei der Anreise der ersten Mitarbeiter herausgestellt.

Der Check In habe sich vor Ort über mehrere Stunden verzögert. Nach der Absage der Räume mit dem Verweis auf technische Probleme "war dann kein Verantwortlicher mehr zum Gespräch bereit". Die Räume seien vertraglich fest zugesichert gewesen, sagte der Sprecher. Die AfD-Fraktion habe sich sogar eine Zusatzklausel unterschreiben lassen, laut der die Reservierung nicht aus politischen Gründen abgesagt werden dürfe. Er kündigte juristische Schritte gegen das Hotel an, äußerte zugleich Zweifel, ob die AfD da Chancen auf Erfolgt hat. Die bis Sonntagmittag angesetzte Klausur soll nun im Fraktionssitzungssaal in Berlin stattfinden.

Die erste Klausur der AfD-Fraktion seit dem Einzug der Partei in den Bundestag sollte am Freitagabend um 19.00 Uhr mit einem Abendessen in dem Hotel beginnen. Zu dem Treffen im westpolnischen Stettin nahe der Grenze hatten sich etwa 70 der 91 Abgeordneten angemeldet. Die Abgeordneten wollten nach dem Ende der Plenarsitzung im Bundestag am Freitagnachmittag gemeinsam nach Stettin fahren.

Ursprünglich hatte die Fraktion bereits Anfang März in Brandenburg in Klausur gehen wollen. Auch dort hatte der Hotelbesitzer jedoch die Zimmer storniert, weil er offenbar Proteste befürchtete. Der Fraktionssprecher vermutete gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Stornierung in Polen von Seiten des Hotels "aus politischen Gründen" erfolgt sei.

Am Montag wollen dann die Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland bei einer Pressekonferenz über die Ergebnisse des Arbeitstreffens informieren.