Die CDU stellt nach mehr als 40 Jahren wieder den Oberbürgermeister in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken. Nach vorläufigen Ergebnissen setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag der CDU-Politiker Uwe Conradt mit 50,3 Prozent knapp gegen Amtsinhaberin Charlotte Britz von der SPD durch, wie die Stadt mitteilte. Britz erhielt demzufolge 49,7 Prozent der Stimmen. In Saarbrücken waren knapp 140.000 Menschen wahlberechtigt.

Britz war seit Oktober 2004 Oberbürgermeisterin der Stadt. Die beiden Bewerber hatten in der ersten Runde am 26. Mai die meisten Stimmen der insgesamt acht Kandidaten erhalten. Dabei war Britz noch als Siegerin hervorgegangen. Sie versammelte 36,8 Prozent der Stimmen auf sich. Herausforderer Conradt erreichte 29,0 Prozent. Im Vergleich zur vorherigen Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2011, als Britz im ersten Wahlgang mit 57,5 Prozent gewählt worden war, verlor die SPD-Politikerin mehr als 20 Punkte.

Der 42-jährige Conradt ist seit 2016 Direktor der Landesmedienanstalt Saarland. Zuvor war er Bezirksrat in Dudweiler. Bei der Landesmedienanstalt startete der Diplom-Kaufmann als Verwaltungsleiter. Er ist außerdem Geschäftsführer der saarländischen Filmförderung. Seit 2009 sitzt Conradt für die CDU im Saarbrücker Stadtrat. Zwischen 2012 und 2016 war er Abgeordneter im saarländischen Landtag. Britz' Amtszeit endet am 30. September.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bezeichnete die Wahl von Conradt zum neuen Oberbürgermeister als "historischen Tag für die Landeshauptstadt". Der Wahlsieg sei zudem ein besonderer Erfolg für die Union bundesweit: "Denn mit Uwe Conradt in Saarbrücken stellt sie künftig wieder einen OB in einer Landeshauptstadt", sagte der Landesvorsitzende der CDU Saar der Deutschen Presseagentur.