Die Deutschen werden bald wieder gezählt. Der Bundestag hat die gesetzliche Grundlage für den Zensus 2021 geschaffen. Laut dem Gesetzestext soll der Bund 238,4 Millionen Euro der Kosten davon übernehmen. 722 Millionen Euro sollen von den Ländern getragen werden.

Einem Zeitungsbericht zufolge wollen die Länder diese ungleiche Kostenverteilung jedoch nicht hinnehmen und wollen das Gesetz deshalb im Bundesrat stoppen. "So wie es aussieht, werden die Länder den Vermittlungsausschuss anrufen", sagte der schleswig-holsteinische Bevollmächtigte beim Bund, Ingbert Liebing (CDU), der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Bundesrat wird sich voraussichtlich auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 28. Juni mit dem Zensusgesetz befassen.

Mit den geplanten Kosten von insgesamt 994 Millionen Euro würde die Volkszählung deutlich teurer als vor zehn Jahren, als lediglich 667 Millionen Euro für Vorbereitung, Erhebung, Aufbereitung und Evaluierung fällig wurden. Als Gründe für die Kostensteigerung werden die allgemeine Preisentwicklung sowie gestiegene Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit genannt. Zudem habe das Bundesverfassungsgericht zur Korrektur der Einwohnerzahlen eine größere Haushaltsstichprobe als 2011 verlangt. 

In dem Gesetzestext heißt es, der Zensus umfasse eine Bevölkerungs-, eine Gebäude- und eine Wohnungszählung sowie eine Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis. Wie schon beim Zensus 2011 sollen vorwiegend bereits vorhandene Verwaltungsdaten genutzt werden. Nur in Fällen, in denen die Daten nicht ausreichen, soll es stichprobenartige Befragungen der Bürger geben.  

Die Ergebnisse sollen laut Bundesinnenministerium für politische Planungen und Entscheidungen genutzt werden. Hier gehe es etwa um die Frage, wo Schulen, Studienplätze und Altersheime benötigt werden. Die Daten dienen zudem als Grundlage für zahlreiche andere Statistiken. Der letzte Zensus hatte 2011 stattgefunden.