Der CSU-Chef Markus Söder sieht die AfD auf einem radikalen Weg. "Ich bin der festen Überzeugung: Die AfD ist auf dem Weg zu einer neuen NPD", sagte der bayerische Ministerpräsident der Welt am Sonntag. Den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke hält Söder für "radikaler als manchen ehemaligen NPD-Vorsitzenden". Wer diese Partei wähle, müsse wissen: "AfD bedeutet am Ende ein anderes Land und ein anderes politisches System. Da sollte sich jeder fragen, ob er sich mit diesen Leuten einlassen will."

Die Unionsführung grenzt sich nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke deutlich von der AfD ab und schließt nicht nur Koalitionen, sondern jegliche Kooperation aus. Doch einzelne CDU-Politiker weichen davon ab.

Söder forderte vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland außerdem, die neuen Bundesländer intensiver zu unterstützen: "Wir brauchen einen Marshall-Plan für strukturschwache Regionen. Wir brauchen Sonderwirtschaftsregionen. Auf der ganzen Welt ist das üblich, aber wir trauen uns das nicht", sagte er im Interview. Er schlug vor, in den neuen Bundesländern Regionen auszuweisen, in denen Investitionen steuerlich besonders lukrativ sein sollen.

Lindner: AfD wird nicht "nur Minderheiten" attackieren

Auch FDP-Chef Christian Lindner kritisierte die AfD scharf. "Wer in Ostdeutschland die AfD wählt, um denen in Berlin eins auszuwischen, schadet sich am Ende selbst", sagte er Bild am Sonntag. "Um Länder, in denen die AfD stark ist, werden Investoren in Arbeitsplätze und Touristen einen Bogen machen. Und noch greift die Höcke-Partei nur Minderheiten wie Migranten an. Danach werden sie alle attackieren, die von der von ihnen als richtig erachteten Lebensweise abweichen."