Jeder zweite Renter und jede zweite Rentnerin in Deutschland bekommen eine monatliche Rente von unter 900 Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet.

51,4 Prozent der Rentnerinnen und Rentner erhielten demnach im vergangenen Jahr weniger als 900 Euro im Monat – das sind mehr als 9,3 Millionen Menschen. Weniger als 1.000 Euro bekamen 58,6 Prozent der Deutschen. Die Daten beziehen sich auf den Rentenbetrag nach dem Abzug von Sozialbeiträgen, aber vor Steuern.

Die Linke-Abgeordnete Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, sagte: "Es lässt sich schlicht nicht leugnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest ist." Zimmermann wies darauf hin, dass viele Rentnerinnen und Rentner nur deshalb über die Runden kämen, weil sie sich zur Rente etwas hinzuverdienten.

Lässt die Höhe der Rente auf Bedürftigkeit schließen?

Die Bundesregierung entgegnete dem Bericht zufolge, allein aus der Höhe einer gesetzlichen Altersrente könne nicht auf Bedürftigkeit in der Grundsicherung im Alter geschlossen werden. So seien in der Statistik mögliche zusätzliche Einkommensquellen und die Haushaltssituation nicht berücksichtigt.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte das Statistische Bundesamt Zahlen veröffentlicht, denen zufolge deutlich mehr Rentnerinnen und Rentner von Altersarmut betroffen sind, als bislang angenommen wurde. Mit 19,5 Prozent aller Renterhaushalte galt demnach fast jeder fünfte als armutsgefährdet.