Die neue Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Kritik an ihrem Eintritt ins Kabinett zurückgewiesen. "Ich habe auch in der Vergangenheit bei all meinen politischen Ämtern immer wieder bewiesen, dass ich mich sehr schnell einarbeiten kann", sagte die CDU-Chefin im heute-journal des ZDF. Bereits als saarländische Innenministerin und Ministerpräsidentin habe sie "sehr viel mit dem Thema der zivil-militärischen Zusammenarbeit zu tun gehabt".

Sie habe sich für den Ministerposten entschieden, um deutlich zu machen, dass die Sicherheits- und Verteidigungspolitik "höchste Priorität" habe, sagte Kramp-Karrenbauer. "Und das kann man am besten dadurch, wenn man als Vorsitzende der größten Regierungspartei auch wohlüberlegt sagt, ich gehe in die Verantwortung in ein Amt, das alles andere als leicht ist."

Sie werde ihrem Ministeramt von Anfang an "alle Kraft widmen". Fragen nach ihrer weiteren Karriereplanung beantwortete Kramp-Karrenbauer, die als mögliche Kanzlerkandidatin ihrer Partei gilt, ausweichend. Solange sie das Amt der Verteidigungsministerin bekleide, werde sie sich für die Bundeswehrangehörigen einsetzen. "Es ist nicht die Frage, wie lange das ist, es ist die Frage, wie intensiv, wie gut man das macht", betonte die CDU-Chefin.

Kramp-Karrenbauer war am Mittwoch überraschend zur neuen Verteidigungsministerin ernannt worden. Sie tritt die Nachfolge ihrer Parteikollegin Ursula von der Leyen an, die als Präsidentin der EU-Kommission nach Brüssel wechselt. Die Personalie rief Kritik hervor. Die SPD und die Oppositionsparteien äußerten Zweifel an Kramp-Karrenbauers Kompetenz für das neue Amt und vermuteten parteitaktische Gründe hinter ihrer Ernennung.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verteidigte die Personalentscheidung. "Der Einzug der CDU-Parteivorsitzenden ins Kabinett ist ein richtiges und starkes Signal", sagte er. Er sicherte ihr Rückhalt zu. "Von der CSU hat AKK die volle Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderungen bei der Bundeswehr."