Der aktuelle Bremer Regierungschef Carsten Sieling (SPD) wird nicht Bürgermeister der ersten rot-grün-roten Landesregierung werden. Das kündigte er an, nachdem sich SPD, Grüne und Linke auf eine Koalition geeinigt haben.  

Mit dem Verzicht auf eine zweite Amtszeit zieht Sieling Konsequenzen aus der verlorenen Landtagswahl in dem Stadtstaat, bei der er als Spitzenkandidat für die SPD angetreten war. "Es braucht eine personelle Neuaufstellung an der Spitze des Senats, und die muss jetzt erfolgen", sagte Sieling. "Deshalb möchte ich den Weg frei machen und hab mich entschieden, für das Amt des Bürgermeisters nicht erneut zur Verfügung zu stehen." 

Bei der Landtagswahl im Mai war die SPD erstmals seit über 70 Jahren hinter die CDU gefallen. Der CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder holte mit 24,8 Prozent die meisten Stimmen. Die Grünen lehnten jedoch ab, mit der CDU und der FDP in einem Jamaika-Bündnis zu regieren. Stattdessen entschied sich der Parteivorstand der Grünen mit großen Konsens für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linke.

Carsten Sieling betonte, er habe alles in seiner Macht Stehende getan, um die von der SPD angestrebte Koalition zu ermöglichen. Ziel sei es gewesen, dass in Bremen ein progressives Mitte-links-Bündnis regiere. "Wenn ich auf den Koalitionsvertrag blicke, kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt", sagte Sieling.

SPD, Grüne und Linke wollen die Ergebnisse ihrer Koalitionsverhandlungen am Montagnachmittag vorstellen. Wenn die Basis aller drei Parteien diesem Vertrag im Laufe der Woche zustimmt, steht einer rot-grün-roten Regierung in Bremen nichts mehr im Wege. Es wäre die erste rot-grün-rote Koalition in Deutschland und die erste Regierungsbeteiligung der Linken in Westdeutschland. In Berlin und in Thüringen regieren die Linken bereits in einem rot-rot-grünen Bündnis mit.