Die Eliteeinheit GSG9 der Bundespolizei hat jetzt auch einen Standort in Berlin. Im Zuge dieser Erweiterung werde der Spezialkräfteverband zudem um ein Drittel vergrößert. Das bestätigte die Bundespolizei dem ARD-Hauptstadtstudio. Um wie viele Kräfte es sich handelt, gab die Bundespolizei aber aus taktischen Gründen nicht bekannt. 

Die Entscheidung, einen Teil der GSG9 in Berlin anzusiedeln, habe aber nichts mit einer akuten Gefährdung zu tun. Dass die GSG9 einen neuen Standort bekommen soll, stehe schon seit Langem fest. Hauptstandort bleibe weiterhin Sankt Augustin bei Bonn.

Die Bundespolizei reagiert damit dem Bericht zufolge auf die Entwicklung der Sicherheitslage in den vergangenen Jahren. Viele der europaweiten Terroranschläge wurden in Hauptstädten verübt. Außerdem hätten vor allem die islamistischen Anschläge in Frankreich deutlich gemacht, dass die Polizei sich für Szenarien rüsten müsse, in denen mehrere, schwer bewaffnete Attentäter an verschiedenen Orten gleichzeitig zuschlagen und dazu noch möglicherweise über Tage verfolgt werden müssen.

Für Anschläge ausgebildet

Die Einheit in Berlin soll schwerpunktmäßig für Anschläge ausgebildet werden, bei denen chemische, biologische, radioaktive oder nukleare Substanzen verwendet wurden. Sie soll zunächst übergangsweise in einem Provisorium untergebracht werden. Ab 2026 sollen die Einsatzkräfte dann in eine Kaserne in Spandau kommen. Diese befindet sich derzeit jedoch noch im Umbau.  

Die GSG9 kommt als Spezialeinheit des Bundes bei terroristischen Bedrohungen, Geiselnahmen, aber auch bei Razzien gegen die organisierte Kriminalität zum Einsatz – im Durchschnitt 50-mal im Jahr. Sie ist die einzige Spezialeinheit der Polizei, die auch im Ausland eingesetzt werden kann.