Die Grünen wollen das Bahnfahren in den nächsten 15 Jahren so optimieren, dass sich Inlandsflüge nicht mehr lohnen. "Bis 2035 wollen wir Inlandsflüge weitestgehend obsolet machen", heißt es in einem Autorenpapier aus der Grünen-Bundestagsfraktion, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Die Bahn soll demnach jährlich drei Milliarden Euro bekommen, um das Schienennetz auszubauen und schneller zu machen. Ziel müsse sein, die Fahrzeit zwischen möglichst vielen Orten im Inland und ins benachbarte Ausland auf "maximal vier Stunden" zu senken. Konkret nennen die Autorinnen und Autoren die Verbindungen zwischen Köln und Düsseldorf nach Berlin, Hamburg oder in Richtung München sowie die Strecke Frankfurt/Berlin.

In dem Papier wird zudem eine "schrittweise Einführung der Kerosinsteuer für Inlandsflüge" vorgeschlagen. Diese müsse an den Steuersatz für Benzin angeglichen werden, aktuell 65 Cent je Liter. Bei der Bahn dagegen solle die Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent sinken. "Es kann nicht sein, dass das Flugzeug als klimaschädlichster Verkehrsträger noch immer mit Milliardenbeträgen subventioniert wird, während die umweltfreundliche Bahn chronisch unterfinanziert ist", sagte Daniela Wagner, eine der Autorinnen des Papiers, der Süddeutschen Zeitung.

Deutsche Bahn will Nachtzüge nicht wieder einführen

Trotz der Debatten über möglichst klimaschonendes Reisen will die Deutsche Bahn ihren Ausstieg aus dem Geschäft mit klassischen Nachtzügen von 2016 nicht revidieren. "Ein eigenes Angebot mit klassischen Schlaf- und Liegewagen ist aktuell nicht geplant", sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Nachtzüge seien ein Nischengeschäft, das nur von einem Prozent der Bahn-Kunden genutzt werde. "Da unsere Mittel begrenzt sind, stecken wir das Geld lieber in neue Fernverkehrszüge im Tagesbetrieb. Davon haben dann 99 Prozent unserer Fahrgäste etwas."

Die Schweizerischen Bundesbahnen prüfen nach dem Ausstieg 2009 eine Rückkehr zum klassischen Nachtzuggeschäft. Die Österreichischen Bundesbahnen, die mit ihren Nightjets klassische Nachtzüge auch auf deutschen Strecken anbieten, haben bereits 13 neue Züge mit Schlaf- und Liegewagen bestellt.