Die AfD in Sachsen hat weitere Schritte angekündigt, um gegen die Kürzung ihrer Landesliste für die Landtagswahl am 1. September vorzugehen. Sollte die Entscheidung des Landeswahlausschusses bis kommenden Montagabend nicht revidiert sein, werde man Strafanzeigen wegen Rechtsbeugung gegen die Ausschussmitglieder stellen, teilte die Partei über einen Anwalt mit. Nach dem Einzug in den Landtag solle sich außerdem ein Untersuchungsausschuss mit der Aufklärung des Falles befassen, forderten die Rechtspopulisten.

Knapp zwei Monate vor der Wahl in Sachsen hatte der Landeswahlausschuss wegen formaler Mängel nur 18 Kandidaten der AfD zur Landtagswahl zugelassen. Der Ausschuss erklärte die Plätze 19 bis 61 auf der Landesliste der Partei für ungültig, weil in der zweiten Versammlung das Wahlverfahren geändert wurde, und zwar von Einzelwahl auf Blockwahl ab dem Listenplatz 31.

Die AfD hatte bereits angekündigt, gegen die Entscheidung juristisch vorgehen zu wollen und Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof in Leipzig eingereicht.

Nach derzeitigem Stand könnte die AfD womöglich nach der Landtagswahl nicht alle gewonnenen Sitze im Landtag besetzen. Umfragen sehen die Partei derzeit bei 24 bis 26 Prozent. Die AfD hat aber noch die Möglichkeit, Direktmandate in den Wahlkreisen zu holen.