In Sachsen stehen öffentliche Sitzungen des Wahlausschusses für die Landtagswahl demnächst unter Polizeischutz. Damit reagiert die Behörden auf Drohungen, die die Landeswahlleiterin nach der Entscheidung des Ausschusses zur AfD erhalten habe, wie Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar sagte. Die Gefährdung einzelner Personen werde geprüft.

Das Gremium hatte am vergangen Freitag formale Mängel bei der Aufstellung der Landesliste der AfD festgestellt und daraufhin einen Großteil der Liste für ungültig erklärt. Demnach darf die AfD Sachsen bei den Landtagswahlen im Herbst nur mit einer gekürzten Liste mit 18 statt 61 Kandidaten antreten. Nachdem die Entscheidung des Ausschusses bekannt wurde, habe es in den Postfächern "die eine oder andere Kommentierung des Geschehens" gegeben, wie Landeswahlleiterin Carolin Schreck sagte. Es seien alle Facetten dabei, positiv und negativ. 

Die AfD hatte den Beschluss als "Willkür-Entscheidung" kritisiert. Die Landesspitze warf dem Ausschuss "Missbrauch der Möglichkeiten vor".

Der Generalsekretär der SPD Sachsen, Henning Homann, warf der AfD hingegen vor, dass sie die Entscheidung des Landeswahlschusses für eine politische Kampagne missbrauchen. Er forderte den Vorstand auf, ihren Fehler einzugestehen und damit zur Sicherheit der Ausschussmitglieder beizutragen.  

Der Landeswahlausschuss hatte seine Entscheidung damit begründet, dass die Kandidatenliste nicht als einheitliche Liste gewertet werden könne, da die Aufstellungsversammlungen nicht einheitlich gewesen seien. Die AfD habe beim Landesparteitag im Februar beschlossen, alle Listenplätze im Einzelwahlverfahren zu wählen. Beim Landesparteitag im März habe die Partei jedoch das Verfahren geändert und ab dem Listenplatz 31 alle weitere Kandidaten und Kandidatinnen im Blockverfahren gewählt. Dadurch hätten nach Ansicht des Wahlausschusses die Bewerberinnen und Bewerber unterschiedliche Chancen bei der Aufstellung gehabt. Wie der Wahlausschuss in einem offiziellen Dokument mitteilt, habe man bereits am 18. Juni die Landesverbandsführung auf die "die erheblichen rechtlichen Bedenken" hingewiesen.