In der Bewerbung um den Parteivorsitz der SPD hat sich Konkurrenz gemeldet: Als zweites Bewerberpaar haben Karl Lauterbach und Nina Scheer ihre Kandidatur für die Doppelspitze bekannt gegeben. Als Team wollten sie sich für eine Politik einsetzen, die Ungleichheiten vermindere, die natürlichen Lebensgrundlagen schütze und unverwässert sozialdemokratisch sei.

Die 47-jährige Scheer vertritt die SPD seit 2013 im Bundestag. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages. Der Gesundheitspolitiker Lauterbach ist seit 14 Jahren Bundestagsabgeordneter. Seit 2013 ist er stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender. Der 56-Jährige ist Mediziner und unter anderem zuständig für die Bereiche Gesundheit und Forschung.

Damit treten bislang zwei Duos an: Anfang Juli hatten Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, und Christina Kampmann, die ehemalige Familienministerin in Nordrhein-Westfalen, offiziell ihre Bewerbung verkündet. 

Der Rücktritt von Andrea Nahles Anfang Juni hatte in der SPD zu einer Grundsatzdebatte um die Gestaltung der Parteiführung ausgelöst. Das kommissarische Führungstrio – Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig – hatte gemeinsam mit dem Parteivorstand beschlossen, dass künftig auch eine Doppelspitze die Leitung der SPD übernehmen dürfe.

Im Dezember soll der Vorsitz bestimmt werden

Bis zum 1. September können Interessierte ihre Kandidatur um den Vorsitz anmelden. Die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten müssen von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband nominiert werden. Nach einer Mitgliederbefragung soll der Parteivorsitz dann auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

Mehrere SPD-Politikerinnen und Politiker, etwa Arbeitsminister Hubertus Heil und Vizekanzler Olaf Scholz sowie sämtliche kommissarische Parteichefs hatten eine Kandidatur um den Vorsitz bereits abgelehnt. Andere schließen die Bewerbung zumindest nicht aus – so auch Generalsekretär Lars Klingbeil, wie er im Gespräch mit ZEIT ONLINE sagte.