Die Gespräche zwischen dem Verteidigungsministerium und der Bahn über Gratiszugfahrten für Soldatinnen und Soldaten in Uniform gestalten sich schwierig. "Wir wollen zügig eine Lösung", sagte Kramp-Karrenbauer (CDU) im ZDF-Morgenmagazin. Angesichts der großen Verantwortung, die Soldaten mit ihrem Dienst übernähmen, sei es "das Minimum", dass sie die Bahn frei benutzen könnten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für das Vorhaben ausgesprochen. Die Kanzlerin unterstütze und begrüße diese Initiative ausdrücklich, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das sind Menschen, die tagtäglich einen Dienst für uns alle leisten, und mit der kostenlosen Bahnfahrt gibt es eine Möglichkeit – es sollte nicht die einzige sein –, Anerkennung und Dankbarkeit dafür zu zeigen", sagte Seibert.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) zeigte sich verärgert über Einwände der Deutschen Bahn gegen die Idee. Wenn man für den Dienst der Soldaten eine "besondere Wertschätzung der Nation zum Ausdruck bringen will, kann das ja wohl nicht an der Frage der Kostenrechnung eines besonders staatsnahen Unternehmens scheitern", sagte Bartels den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Verteidigungsministerin hatte die Idee der Gratisfahrten in ihrer Regierungserklärung Ende Juli ins Gespräch gebracht, um die Sichtbarkeit der Bundeswehr zu erhöhen. Dabei geht es nicht um Freifahrten im eigentlichen Sinne: Die Soldaten könnten nur umsonst fahren, weil die Bundeswehr den Transport bezahlt.

Doch der geplante Start für das Projekt Anfang 2020 ist in Gefahr, wie der Spiegel berichtete. Strittig sind demnach vor allem die Buchungskonditionen. Die Bahn wolle Soldaten nur in nicht stark ausgelasteten Zügen transportieren, für die sie normalen Kunden vergünstigte Sparpreistickets anbiete. Die Soldaten sollen auch nur Fernverkehrszüge wie den ICE, aber keine Regionalverbindungen nutzen können. Die geschätzten 400.000 bis 800.000 Freifahrten von Soldaten pro Jahr würden laut Spiegel rund 38 Millionen Euro kosten, zudem entstünden der Bahn Kosten in Höhe von 26 Millionen Euro für ein Extra-Buchungssystem.

Bartels forderte, der Bahnvorstand sollte "in eigener Verantwortung entgegenkommend" sein. Ein symbolischer Kostenbeitrag aus dem Verteidigungshaushalt müsse reichen. Der Bund zahle schließlich schon "zig Milliarden für den Ausbau des Schienennetzes".