Hans-Georg Maaßen will nicht mehr im Landtagswahlkampf der sächsischen CDU auftreten. Der ehemalige Verfassungsschutzchef schrieb auf Twitter: "Ich wollte meiner Partei in Sachsen helfen. Da meine Unterstützung von Ministerpräsident (Michael) Kretschmer für nicht nötig erachtet wird, ziehe ich mich schweren Herzens zurück und wünsche der CDU Sachsen zugleich aus vollem Herzen viel Erfolg!" Gleichzeitig freue er sich aber auf seine Wahlkampfhilfe am Donnerstag in Brandenburg.

Dem Vernehmen nach waren in Sachsen ohnehin keine Auftritte mit Maaßen mehr vereinbart.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte Maaßen jüngst für dessen umstrittenes Verhalten in der Vergangenheit kritisiert. "Die Debatte um die Ausschreitungen in Chemnitz hat sich durch ihn verlängert, was Sachsen geschadet hat", sagte Kretschmer dem Spiegel. "Allein deswegen hätte ich ihn nicht eingeladen, aber wir sind ein freies Land", fügte Kretschmer hinzu. Wer mit Maaßen diskutieren wolle, könne das im sächsischen CDU-Landesverband tun. "Diese Möglichkeit haben Kandidaten genutzt." Von ihm selbst habe Maaßen keine Einladung bekommen. Sachsen wählt am 1. September einen neuen Landtag.

Maaßen, der der CDU angehört, wurde 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Laut einem Redemanuskript hatte der damalige Verfassungsschutzchef von teils "linksradikalen Kräften in der SPD" gesprochen. Zuvor hatte er mit umstrittenen Äußerungen zur Bewertung rassistisch motivierter Übergriffe in Chemnitz für schwere Verstimmungen in der großen Koalition gesorgt.