Der Schauspieler und ehemalige Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber hat seinen Austritt aus der CDU angekündigt. Er begründet das mit seiner Verärgerung über den Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin, Günter Nooke. Der CDU-Politiker habe jüngste Äußerungen des Aufsichtsratschefs von Schalke 04, Clemens Tönnies, zum Bau von Kraftwerken in Afrika relativiert. Damit habe Nooke Tönnies "gezielt unterstützt", schrieb Huber auf Facebook.

Huber hat einen senegalesischen Diplomaten zum Vater. Er wurde als Schauspieler durch die Fernsehserie Der Alte bekannt. Darin spielte er fast zehn Jahre lang den Inspektor Henry Johnson. Von 2013 bis 2017 saß Huber für die hessische CDU im Bundestag. Seit Ende 2018 lebt er im Senegal.

Der Fleischfabrikant Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück hatte als Festredner beim Tag des Handwerks in Paderborn den Bau von Kraftwerken in Afrika empfohlen. Er begründete das so: Damit könnten "die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen" und "Kinder zu produzieren". 

Huber ordnet das als "rassistisch motivierte Kommunikation" ein. Der Ehrenrat von Tönnies' Verein wies den Vorwurf des Rassismus dagegen zurück, ordnete seine Worte aber als diskriminierend ein. Tönnies lässt sein Amt derzeit ruhen.

Der Afrikabeauftragte Nooke hatte Tönnies in der Sache nicht widersprochen, seine Wortwahl aber kritisiert. Über die angesprochenen Probleme auf dem afrikanischen Kontinent müsse "gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden". Wörtlich hatte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland gesagt: "Wir brauchen eine sachliche und möglichst ideologiefreie Debatte über das afrikanische Bevölkerungswachstum." Der meiste Regenwald in Afrika sei in den vergangenen 50 bis 100 Jahren verschwunden. "Ursache ist vor allem das Bevölkerungswachstum – die Leute brauchten Feuerholz. Darum sind der Erhalt des Regenwalds und Wiederaufforstung so wichtig für Afrika."

Tönnies Aussage erschwere konstruktive Diskussion

Hinsichtlich Tönnies' Wortwahl sagte er: "Leider erschweren Sätze wie die von Herrn Tönnies jede konstruktive Diskussion. Wir müssen uns alle um eine angemessene Sprache bemühen. Jeder sollte sich mit Respekt behandelt fühlen."

Huber beklagte, wiederholte Äußerungen Nookes zeichneten das Bild eines Manns, der sich nicht durch Kompetenz einen Namen gemacht habe, sondern der seine Position nutze, Afrika, seine Bewohner, ihre Diaspora und Menschen afrikanischer Abstammung "in vereinfachter Art und Weise demütigend darzustellen",  schrieb er auf Facebook. "Dass man damit Afrika gewollt und gezielt zum Fußabstreifer der deutschen Innenpolitik macht, ist für mich in Gänze unakzeptabel."