Politiker in Deutschland sind zuletzt innerhalb von drei Monaten 31 Mal Opfer gewaltsamer Attacken geworden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor. Bei den von April bis Juni registrierten Fällen handelt es sich demnach um Körperverletzung oder gefährliche Körperverletzung.

In 24 Fällen waren Mitglieder der AfD betroffen. Die mutmaßlichen Täter kamen dabei laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum. In einigen Fällen konnte der Tathintergrund nicht klar zugeordnet werden.

Den Angaben zufolge wurden Mitglieder der Grünen im gleichen Zeitraum dreimal Opfer von Gewalt. In Leipzig wurde ein Mitglied der Linkspartei von einem oder mehreren Tätern aus der rechten Szene attackiert. Im rheinland-pfälzischen Weißenthurm traf es ein CDU-Mitglied, wobei die Polizei den politischen Hintergrund dieses Angriffs nicht zuordnen konnte. In zwei Fällen wurden Mitglieder von Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind, körperlich attackiert.

Betrachtet man auch andere Delikte wie etwa Bedrohung, Sachbeschädigung oder Beleidigung, so waren Vertreter von Parteien im zweiten Quartal dieses Jahres – in das die Europawahl und die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft fielen – von 372 Straftaten betroffen. Im ersten Quartal 2019 hatten die Polizeidienststellen 217 Straftaten gegen Parteimitglieder gemeldet.